Samstag, 2. Februar 2019, 20.15 Uhr


Kleinbühne

Chupferturm

Schwyz

Der A-Quotient – von/mit Charles Lewinsky, Judith Stadlin, Michael van Orsouw

Gespielt wird das Theaterstück "Der A-Quotient" vom bewährten Trio Charles Lewinsky (im Bild links), Judith Stadlin (rechts) und Michael van Orsouw (mitte).


Der bekannte Schriftsteller und Drehbuchautor Charles Lewinsky hat ein neues Theaterstück verfasst: Es heisst Der A-Quotient. Es geht darin um nichts weniger als um Arschlöcher und es ist mit seinem Inhalt angesichts der Weltlage sehr aktuell.


Die Weltbühne ist mehr und mehr von merkwürdigem Personal besetzt, wenn man nach Amerika, Syrien, Nordkorea, Russland oder in die Türkei schaut. Genau darum geht es in diesem Theaterstück: nämlich um die unbestreitbare Tatsache, dass ein Teil der Menschheit aus Arschlöchern besteht. Das neue Theaterstück von Charles Lewinsky nimmt kein Blatt vor den Mund und schaut genau hin: In «Der A-Quotient» messen die Schauspieler den Grad der Arschlochizität anhand des A-Quotienten – mit einem ausgeklügelten Maßsystem, das den Menschen bedeutend exakter erfasst als jeder IQ-Test. Oder wenigstens so tut als ob...!


Im Untertitel heisst das Stück «Ein hochwissenschaftlicher Intensivkurs für den richtigen Umgang mit Arschlöchern». Das Ganze behauptet, mit Grafiken und Fußnoten, furchtbar wissenschaftlich zu sein. Ob es das tatsächlich ist, muss das Publikum entscheiden. Sofern es nicht selber das Thema ist.

Man kann an der Übermacht der Typen mit hohem A-Quotienten nichts ändern, aber der Theaterbesuch hilft einem immerhin dabei, die Betroffenen zu erkennen und möglichst weiträumig zu umfahren. Das Ganze kommt gleichermassen unterhaltend wie erhellend daher.


Charles Lewinsky hat sich für dieses Projekt mit den Theaterschaffenden und Live-Literaten Judith Stadlin und Michael van Orsouw zusammengetan. Diese Drei haben miteinander bereits von 2013 bis 2017 die Bühnenfassung von Lewinskys Buch Schweizen rund 30 Mal gespielt. An diese erfolgreiche Zusammenarbeit knüpft auch das neue Projekt, Der A-Quotient, an.



Charles Lewinsky, jüdischer Herkunft, bezeichnet sich „nicht als Jude von Beruf“. Er studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Zürich und Berlin (ohne Abschluss). Er arbeitete als Regieassistent bei Fritz Kortner und als Dramaturg und Regisseur an verschiedenen Bühnen sowie als Redakteur und Leiter des Ressorts Wort-Unterhaltung des Schweizer Fernsehens. 1984 veröffentlichte er zusammen mit Doris Morf sein erstes Buch, die Polit-Fiktion Hitler auf dem Rütli. Es folgten weitere Bücher und Produktionen beim Schweizer Fernsehen, ARD und ZDF. In der Schweizer Öffentlichkeit wurde Lewinsky Mitte der 1990er Jahre als Autor der Sitcom Fascht e Familie bekannt; später folgten Fertig Lustig und Bürgerbüro. Daneben schrieb er auch mehrere Hörspiele für das Schweizer Radio.


2001 erhielt er den Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank für seinen Roman Johannistag. Weitere Anerkennung als Schriftsteller erwarb er sich 2006 mit der Familiensaga Melnitz, mit der Geschichte der Juden in der Schweiz zwischen 1871 und 1945 als Thema. Lewinsky hat zudem über 700 Liedtexte für verschiedene Komponisten geschrieben, unter anderem für Maja Brunner, die mit dem Lied Das chunnt eus spanisch vor 1987 den Grand Prix der Volksmusik gewinnen konnte. 2011 wurde er mit seinem Roman Gerron (über Kurt Gerron) für den Schweizer Buchpreis nominiert, 2014 erfolgte eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis. 2016 wurde er mit seinem Roman Andersen erneut für den Schweizer Buchpreis nominiert.


Lewinsky wohnt in Zürich und im französischen Vereux.